Das Klavier des Papstes - Benedikt XVI zwischen Furstein-Farfisa und Steinway B-211

Papst Benedikt XVI liebt Musik und spielt gern Klavier. Das geliebte Klavier des Heiligen Vaters ist ein italienisches Furstein Farfisa aus den 1970er Jahre. Der Bruder von Benedikt XVI, der Domkapellmeister am Regensburger Dom Georg Ratzinger, gab einige neue Informationen darüber preis:


"Bei uns zu Hause haben wir Harmonium gespielt. Unsere Eltern waren der Meinung, dass es uns auf die Orgel vorbereitet. Zielstrebigkeit, Klarheit und Form,  verbindet das Werk meines Bruders mit Mozarts Musik. Besonders gern hörte Joseph das Klarinettenkonzert und auch das Klarinettenquintett. Mozart hat wirklich himmlische Werke für diese Instrumente geschrieben und das sind wirklich die Lieblingskompositionen von meinem Bruder. Als ich das letzte Mal mit den Domspatzen in Rom war, stand der Klavierdeckel offen und es lagen Mozartsonaten aufgeschlagen da. Er weiss selber, dass seine Interpretation keine künstlerischen Ansprüche erheben kann, aber er hat seine Freude daran. Und sein Wollen, Musik zu machen, findet bei Mozart immer noch die schönsten Möglichkeiten."Sein Klavier ist keine besondere bekannte Marke. Wir haben es gekauft, als er Dozent in Freising war. Die Technik ist nicht so toll, aber es schaut aussen recht schön aus und der Klang ist ganz ordentlich. Für den Papst-Palazzo in Castelgandolfo hat die Firma Steinway einen kleinen Flügel gestiftet. Ich habe ihn früher gern gespielt. Dann sollte auch einer für den Vatikan angeschafft werden. Da hat mein Bruder gesagt, es lohnt sich nicht. Erstens hat er nicht viel Zeit und zweitens schätzt er sein Können realistisch ein. Um das zu spielen, was er möchte, tut's sein altes Klavier noch."



Kurz nach seiner Wahl schenkte Steinway & Sons dem neuen deutschen Papst Benedikt XVI, einen B-211 und wollte im Prinzip damit einen Werbe-Coup landen. Benedikt spielte aber nicht mit und so landete der fabrikneue Flügel statt im Petersdom in der Sommerresidenz Castel Gandolfo. Der Papst ließ sich auch nicht am Flügel abbilden und verweigerte jegliche Marketingmaßnahme. Wir haben erfahren, dass an der Seite des Flügels statt des üblichen Firmenschriftzugs das Päpstliche Emblem steht. Statt eines Marketingserfolgs gab es für die Firmenleitung des New Yorker Klavierherstellers nur eine Reise nach Rom. Der Papst gewährte den Firmenbossen als Ausdruck seines Dankes 2007 eine Audienz. Dana Messina und Konsorten reisten in die Ewige Stadt. Sie konnten Benedikt kurz sehen und einige Worte mit ihm wechseln. Ansonsten gab es in Rom für die Klaviermanager nur interessantes Sightseeing und gutes Essen.