Samick - Von Korea aus in die ganze Welt

Samick wurde im Jahr 1958 von Hyo Ick Lee in Seoul gegründet. Lee begann mit der Produktion einiger weniger Klaviere in der Woche,  direkt neben der Fabrik war das Klaviergeschäft. Korea war zu dieser zeit ein verarmtes und von den Kriegsfolgen gezeichnetes, geteiltes Land. Dennoch stellte sich der Erfolg rasch ein und Samick lieferte sich mit dem anderen südkoreanischen Klavierhersteller Young Chang einen fairen Kampf.


Hyo Ick Lee (Mitte) & Mitarbeitern 1960


1964 wurde Samick die erste koreanische Firma, die Klaviere exportierte und zwar nach USA. Anfang der 70er Jahre war Samick bereits ein Unternehmen mit über 3.000 Angestellten, die neben den Klavieren nun auch Gitarren bauten. Im Jahr 1978 eröffnete Samick eine Niederlassung in Los Angeles gefolgt im Jahre 1980 mit einem  Verkaufsbüros in West-Berlin. Der Verkauf von Samick-Instrumenten in den USA war äusserst erfolgreich und Lee entschied im Jahr 1982 eine amerikanischen Tochtergesellschaft, die Samick Music Corporation, (SMC) zu gründen. 1983 wurde eine technische Kooperation mit Klaus Fenner vereinbart. Klavierbaumeister Fenner, der weltweit als Konstrukteur von zahlreichen Klavier- und Flügelmodellen Berühmtheit erlangt hatte, entwarf nun für Samick neue Modellen.


Hyo Ick Lee starb 1990 an Krebs. Schwierige Jahre begannen für Samick nach seinem Tode. Lee hatte noch das Auslagern der Produktion beschlossen, denn produzieren in Korea war immer teuerer geworden. So weihte Samick 1992 eine Fabrik in Cileungsi, Indonesien ein. Dort werden bis heute Flügel, Klaviere und Gitarren produziert. Der Asien- und Währungscrash 1996 setze Samick besonders zu. Das Fehlen einer Führungspersönlichkeit verschärfte das Problem. Das Unternehmen hatte mehr als 300 Mio. USD Schulden, teilweise angehäuft in Indonesien. Wie viele Unternehmen in Korea zu dieser Zeit, musste Samick den Kampf schliesslich aufgeben und 1998 Insolvenz anmelden.


Samick-Fabrik in Indonesien


Da kein Investor gefunden konnte und weil die Schulden so hoch waren wurde das Unternehmen nicht abgewickelt, sondern vegetierte dahin. 2002 wendete sich das Blatt für Samick wieder zum Guten. Jong-Sup Kim, der sein Geld mit Herstellung und Verkauf von Strassenbau- Maschinen im boomenden Asienmarkt verdient hatte, war auf der Suche nach neuen Investmentmöglichkeiten. Er erstand für relativ wenig Geld Samick und hatte Grosses vor. Den vielen Skeptikern, die glaubten man könne geübte und erprobte Geschäftsstrategien aus der realen Welt nicht auf die Musikbranche übertragen, konnte Kim das Gegenteil beweisen. Kim investierte massiv in Produktion und Marketing. Bereits 2005 war Samick schließlich komplett schuldenfrei. Der Aktienwert hatte sich verfünffacht und Samick war weltweit einer der wenigen profitablen Klavierhersteller. 2002 ging Samick auf Bestreben Kims eine strategische Partnerschaft mit C. Bechstein ein. Beide Partner wollten aber im Prinzip nur von einander profitieren, ohne etwas abzugeben und so scheiterte 2007 nach nur wenigen Jahren das Joint Venture.




Am 30. Oktober 2008 übernahm Samick  die Seiler Pianofortefabrik komplett und wurde alleiniger Eigentümer. Die traditionsreiche Klavierfabrik in Kitzingen war in Folge von Missmanagement und Wirtschaftskrise Anfang 2008 pleite gegangen. Anfang 2012 entstand am Hauptsitz der Seiler Pianofortefabrik das gemeinsame Logistikzentrum Europa für die Marken Samick und Seiler. Der Vertrieb der Samick Instrumente in Deutschland übernahm 2011 Seiler Direktor Martin Wiedemann. In November 2009 wurde die Klavierwelt durch die Nachricht schockiert, dass der Massenhersteller Samick sich eine Beteiligung in Höhe von 1.700.000 Aktien an der Steinway & Sons-Holding SMI (Steinway Musical Instruments) gesichert hatte. Wenige Monate später erhöhte Samick seine Anteile. Mit 32% der Aktien ist nun Samick grösster Anteilseigner von Steinway. Eine komplette Übernahme ist beabsichtigt.



Heute präsentiert sich Samick als einer weltweit führenden Klavierhersteller  und steht auf der Verkaufsstatistik  nach Pearl River und Yamaha auf der 3. Platz.  Jährlich werden etwa 30.000 Klaviere und Flügel vornehmlich in Indonesien produziert und in die ganze Welt exportiert. Zu den Klaviermarken von Samick gehören Pramberger, Wm. Knabe & Co., Seiler, Sohmer & Co., Conover, Kohler & Campbell und teilweise Steinway & Sons, Boston und Essex.