Paul McNulty - Fortepianos aus Divisov

Nach dem Studium der Musik am Peabody Conservatory in Baltimore interessierte sich Paul McNulty für den historischen Instrumentenbau. Er studierte dann Klavier-Technologie in Boston und erwarb dort seine Qualifikation als Prüfer. Anschliessend ging er seinen Interessen folgend nach Europa, wo er  einige Jahre in Amsterdam verbrachte. 1995 kam er in die Tschechische Republik nach Divisov nahe Prag, wo er sich endgültig niederließ und seine Werkstatt eröffnete. Seitdem hat er mehr als 150 Hammerflügel gebaut. Seine Vorbilder sind Stein, Walter, Hofmann, Graf und Pleyel. McNulty Instrumente werden besonders oft für Aufnahmen eingesetzt und werden von  prominenten Pianisten wie Nikolaus Harnoncourt und Paul Badura-Skoda gespielt. Auch Institutionen wie das Glyndebourne Festival vertrauen auf McNultys Künste. Im Jahr 2009 baute er zwei Kopien des Ignaz Pleyel Instruments von 1830. Die Klang-Ergebnisse bestätigten eindrucksvoll die Bemerkung Chopins 1831, die er seinem besten Freund Titus machte: "Pleyel-Klaviere sind das 'non plus ultra'."





Paul McNulty wurde von der Klassik Stiftung Weimar auserwählt, um eine Kopie von Liszts Boisselot -Flügel  zu bauen. Mit diesem Instrument bereiste Liszt damals die Mittel- und Schwarzmeerküste von Lissabon bis Odessa. Das Instrument wird in Weimarer Schloß aufbewahrt. Franz Liszt schrieb Boisselot von seiner Liebe für diesen Flügel und sagte ihm, "er hatte fast durch die Tasten gespielt". Die McNulty Repliken wurden an prominenter Stelle während  Liszt Zweihundertjahrfeier 2011 in Weimar präsentiert.