Manufacture Gaveau

Joseph Gabriel Gaveau, geboren 1824 in Romorantin gründete 1847 in Paris sein Klavierbauunternehmen. In Anlehnung an Erard baut er solide Klaviere und versucht die Mechanik zu verbessern. Seine sechs Söhne treten nach und nach dem Untenehmen bei. Der Erfolg erlaubt den Bau einer Fabrik in der Rue Sevran in Paris. 1890 sind 200 Klavierbauer beschäftigt, die ca. 1.500 Instrumente bauen. 1893 übernehmen die Söhne Gabriel, Eugene und Etienne die Leitung des Unternehmens.1896 zieht Gaveau in eine grössere Fabrik in Fontenay-sous-Bois. 300 Mitarbeiter bauen bis zu 2.000 Klaviere jährlich.




Dieser Erfolg erlaubt Etienne 1905 den berühmten Architekt Jacques Hermant mit dem Bau der Firmenverwaltung und einem Konzertsaal, Rue de la Boétie in Paris, zu beauftragen. Der Salle Gaveau mit 1.000 Sitzplätzen (heute 1.020) wurde am 03.10.1907 feierlich eröffnet. Wie die berühmte Steinway Hall in New York war die Konzerthalle eine clevere Mischung aus Kunst und Marketing. Die Salle Gaveau ist eine wichtige Institution der Pariser Musikszene.  Neben viele Konzerte und Rezital beherbergt sie u.a. den Concours International Marguerite-Long-Jacques-Thibaud.


Salle Gaveau


Etienne stirb 1943. Nach dem Krieg kann Gaveau an die früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen. 1960 verschmolz das Unternehmen mit Erard und kurz danach mit Pleyel unter den Namen "Grandes Marques Réunies" 1963 wird Konkurs beantragt und alle Fabriken geschlossen. Von 1971 bis 1994 werden Gaveau-Klaviere von dem Braunschweiger Unternehmen Schimmel gebaut. Im Jahr 2000 erwirbt der französische Unternehmer Hubert Martigny die Markenrechte an Gaveau und gründet die „Manufacture Française de Pianos“, derselben Gesellschaft, der auch die Rechte an Erard und Pleyel gehören. Manufacture Française de Pianos fertigt bis 2007 in Alès (Südfrankreich) Pleyel-Flügel und -Klaviere und auch bestimmte Instrumente unter dem Namen Gaveau.