Klavier- und Flügelmanufaktur Berdux

Gegründet im Jahre 1871 wurde die Klavier- und Flügelmanufaktur Berdux von Valentin Berdux in München. Berdux erwarb sich schnell hohes Ansehen als Hersteller von Klavieren und Flügeln ausgezeichneter Qualität.  Für besondere Dienste wurde der Manufaktur Bedux das Privileg eines Königlich Bayerischen Hoflieferanten verliehen. Berdux stellte neben Instrumenten auch die dazugehörigen Klaviermechaniken her. Die Berdux-Manufaktur ist bis heute eine mit den meisten Patenten im Bereich der Klaviermechanik. Diese gehen überwiegend auf Valentin Berdux zurück, der unermüdlich klaviertechnische Verbesserungsideen entwickelte. Berdux-Instrumente zeichneten sich durch technische Neuerungen und Besonderheiten aus. Es gab zum Beispiel einen Flügel mit doppeltem Resonanzboden. Diese Neuigkeit setzte sich allerdings nicht durch. Auch namhafte Grössen der Musikgeschichte wie Richard Wagner lernten die Berdux-Instrumente schätzen und lieben.



Ab dem Jahr 1898 befand sich die Klavierfabrik Berdux in München Laim in der Landsberger Straße 336. Am 16. März 1922 wurde das Einzelunternehmen "Valentin Berdux Pianofortefabrik"  in die "Berdux Aktiengesellschaft" umgewandelt. Das Logo zeigte einen Bären und die Initialen "V. B." für Valentin Berdux. Im Jahr 1928 wurde das Unternehmen von Karl Lang übernommen, den Inhaber des 1912 gegründeten Münchner Klaviergeschäftes Piano-Lang. Der Hauptsitz von Piano-Lang wurde anschließend an den Standort der Berdux-Fabrik in der Landsberger Straße verlegt. Im Jahre 1949 wurde die Produktion in Laim nach einem Brand eingestellt und Berdux zog sich endgültig aus der Klavierherstellung zurück. Das Haus an der Landsberger Strasse beherbergte bis zur Übernahme durch Steinway & Sons im Jahr 2000 das "Pianohaus Karl Lang".  Heute ist das Steinway-Haus München immer dort ansässig. "Karl Lang" ist jetzt nur eine Hausmarke von Steinway & Sons für Billigklaviere, die in China produziert werden.


Zwei Jahre nach dem Brand in 1952, belebte die Firma Euterpe in Langlau, den Markennamen "Berdux" neu und baute bis 1966 Berdux-Instrumente in Lizenz. Die Klavierfabrik Euterpe genoss zu dieser Zeit ebenfalls einen Ruf als Anbieter hochwertiger Klaviere und Flügel. Euterpe wurde in der Folge zuerst von Julius Feurich jun. und dann 1990 von Bechstein übernommen. Euterpe Instrumente kamen zuletzt aus Indonesien. Zwischen 1966 und 1971 übernahm dann die Firma Haegele in Aalen die Lizenzproduktion von Instrumenten der Marke Berdux. Insgesamt entstanden zwischen 1871 und 1971 rund 27.000 Berdux-Klaviere und -Flügel, davon etwa 21.900 in München, ca. 3.900 in Langlau bei Euterpe und knapp 750 in Aalen bei Haegele. Seit 1996 ist der Name Berdux wieder mit einem neuen Profil auf dem Klaviermarkt präsent. Unter dem Markennamen Berdux bzw. "Berdux München" wurden zuerst Instrumente aus deutscher (Wilh. Steinberg) bzw. tschechischer (Klima) Herkunft vertrieben, die im bayerischen Hohenpeißenberg nachbearbeitet werden. Mittlerweile kommen die Instrumente aus Kostengründe aus Asien.