Franz Mohr - Der Konzerttechniker von Vladimir Horowitz

Franz Mohr wurde am 27. September 1927 in Düren geboren. Er wuchs mit Musik auf und ging mit 17 zur Hochschule für Musik in Köln, wo er Violine lernte. Seine Fahigkeiten als Geiger waren relativ begrenzt, so dass er zum Klavierbauer umsattelte. Mit 24 fing er eine Lehre bei Rud. Ibach Sohn in Schwelm an, der ältesten deutschen Klavierfabrik. Sein Traum war aber Steinway und so bewarb er sich 1954 bei Heinersdorff, dem damaligen Düsseldorfer Steinway Händler, wo er zum ersten Mal an Steinway Instrumenten arbeitete. Fast war er am Ziel aber sein Ehrgeiz trieb ihn weiter. 1962 ging er als 34 jähriger nach Amerika und siedelte sich in New York an. Seine besonderen Fähigkeiten öffneten ihm die Türen von Steinway & Sons, wo er sofort anfing zu arbeiten. Sein Talent als Klavierstimmer brachte ihm grosse Aufmerksamkeit und bereits 1965 stieg er dort zum Cheftechniker auf und nahm den Platz von Bill Hupfer ein.

Franz Mohr beim Vortrag


30 Jahre lang betreute Franz Mohr in dieser Funktion, Spitzenpianisten wie Glenn Gould und Artur Rubinstein. ladimir Horowitz und dessen eigenen Konzertflügel betreute er von 1962 bis zu dessen Tod im Jahre 1989. „Ich gehe nirgendwo hin, wenn Franz Mohr nicht mitkommt, um auch dort den Flügel für mich vorzubereiten“ äußerte dieser. Daraus wird besonders deutlich wie sehr die Arbeit von Franz Mohr von Horowitz geschätzt wurde. 1992 verließ Franz Mohr Steinway & Sons und machte sich als 65 jähriger selbständig. Ab dann betreute er die besten Pianisten nun weltweit auf Tournee. Besonders eng arbeite er jahrelang mit Maurizio Pollini.




Vladimir Horowitz

Franz Mohr hat alle seine Erinnerungen gespickt mit vielen Anekdoten in dem Buch "My Life With the Great Pianists" niedergeschrieben. Er erzählt darin zum Beispiel wie er als junger Klavierstimmer bei seiner ersten Konzertstimmung für Artur Rubinstein die Tasten reinigte und Rubinstein daraufhin das Konzert absagen wollte, weil die Tasten nun nicht mehr "griffig" genug seien. Ein Bühnenmitarbeiter versuchte ihn zu beruhigen: „Ich habe ein Rezept“ und schickte Franz Mohr mit einer Dose Haarspray auf die Bühne. Dieser besprühte die Tasten mit Haarspray, das wartende Publikum applaudierte und Rubinstein war dann mit der "Griffigkeit" der Tasten vollaufzufrieden.